Bundesnetzagentur startet Konsultationen zum überarbeiteten Netzentwicklungsplan Gas

Die Bundesnetzagentur startet heute zum einen die Konsultation des von den Fernleitungsnetzbetreibern am 31.03. veröffentlichten ersten Umsetzungsberichts zum Netzentwicklungsplan Gas (NEP Gas) und zum anderen des überarbeiteten Entwurfs des NEP Gas 2016-2026.

„Uns interessiert besonders die Ansicht des Marktes zur aktualisierten Planung der L-H-Gas-Umstellung“, sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. Die Fernleitungsnetzbetreiber legen in ihrem ersten Umsetzungsbericht den Schwerpunkt auf die Umstellungsplanung für die aktuell noch mit niederkalorischem Gas (L-Gas) versorgten Gebiete auf hochkalorisches H-Gas. Die Ausführungen zum Stand der Realisierung der Ausbaumaßnahmen aus dem zuletzt veröffentlichten NEP Gas nehmen einen vergleichsweise kleinen Teil des Berichts ein.

Die Umstellung der heute mit L-Gas versorgten Gebiete auf hochkalorisches Gas (H-Gas) ist erforderlich, weil die Förderung von L-Gas in den Niederlanden und in Deutschland immer mehr zurück geht. Im Vergleich zum letztjährigen NEP legen die Fernleitungsnetzbetreiber ihrer Umstellplanung aktuellere Annahmen der L-Gas-Versorgung zu Grunde. So erhöht sich der von ihnen prognostizierte Importbedarf aus den Niederlanden deutlich. Gleichermaßen bestünden Unsicherheiten sowohl in der deutschen als auch in der niederländischen Produktion. Auf deutscher Seite blieben die tatsächlichen Förderungen unter den bislang angenommenen Prognosen. In den Niederlanden seien seit dem Jahr 2016 weitere Reduktionen der Erdgasförderung zu verzeichnen. Die Fernleitungsnetzbetreiber gehen davon aus, dass die Situation insgesamt durch eine engagierte Umstellungsplanung beherrschbar sei. Hierfür müsse die Anzahl der jährlich anzupassenden Gasverbrauchsgeräte jedoch gegenüber den bisherigen Annahmen deutlich erhöht werden. In der Spitze gehen sie ab dem Jahr 2021 nun von 550.000 anstatt 450.000 jährlich umzustellender Geräten aus.

Konsultation des Netzentwicklungsplans Gas 2016-2026

Gleichzeitig konsultiert die Bundesnetzagentur den überarbeiteten Entwurf des NEP Gas 2016-2026. Im Vergleich zum ersten Entwurf enthält er zwei zusätzliche Gaskraftwerksprojekte im süddeutschen Raum. Für die Versorgung dieser beiden Kraftwerke wären 25 km zusätzliche Leitungen und der Ausbau eines bestehenden Gasverdichters erforderlich. Die Investitionskosten für diese Ausbaumaßnahmen werden von den Fernleitungsnetzbetreibern mit 102 Mio. Euro angegeben. Insgesamt schlagen sie im NEP Gas 2016-2026 einen Leitungsbau von 827 km und einen Gasverdichterzubau von 567 Megawatt in den kommenden zehn Jahren vor. Hierfür sind nach ihren Angaben Investitionen in Höhe von ca. 4,5 Mrd. Euro notwendig.

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